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Projekte in der Einrichtungsberatung

Unten finden Sie ein Beispiel eines bereits abgeschlossenen Projekts von mir, um Ihnen einen ersten Eindruck meiner Arbeit und Ideen zu geben. Klicken Sie auf die Bilder, um die jeweiligen Skizzen größer zu sehen.

Details meiner erfolgreichen Arbeiten, Einrichtungsberatungen und Wohnberatungen an diesen und weiteren Objekten stelle ich Ihnen bei Interesse gerne zur Verfügung.

Bitte zögern Sie nicht, mich zu kontaktieren.

Schlafbereich Appartement, Barbara Dimmig

Umbaumaßnahmen an einem alten Bauernhaus in der Eifel

Voraussetzungen und Ziele

Um die Baumaßnahmen am folgenden Projekt zu verstehen, sollte man zunächst einen kurzen Blick auf die Geschichte bzw. vorangegangene Nutzung des Gebäudes werfen:

Das Gebäude wurde ca. 1850 als Bauernhaus errichtet und zwar in der regional- typischen Gestalt des „Trierer Einhauses“, d.h. Wohnhaus, Stall und Scheune befinden sich hintereinander geschaltet unter einem Dach in einem lang gestreckten Baukörper. In dieser Funktion blieb es 120 Jahre bis 1970 in einer Art „Dornröschenschlaf“ erhalten.

Von 1970 bis 1997 diente es dann einer Familie aus dem Rheinland als Wochenend- bzw. Feriendomizil. Dazu wurde zunächst die Scheune in drei horizontale Ebenen geteilt, wovon dann die mittlere, also die 1. Etage zu einem Wohnbereich mit sehr großem Wohnraum, kleiner Küche und kleinem Bad umgebaut wurde. Im ursprünglichen Wohnhaus und im Dachgeschoß wurden die Schlafräume für die zeitweise sehr zahlreichen Gäste der Familie untergebracht. Dabei hatten der Innenausbau und die Möblierung der Räume teilweise einen recht provisorischen Charakter. Im ehemaligen Stall wurden Bad und Sauna eingerichtet.

Mit dem Eigentümerwechel Ende der 90er Jahre stand dann auch wieder ein Nutzungswechsel an: Anstatt eines großen Hauses für viele Personen sollten zwei kleinere Wohneinheiten entstehen, die unabhängig voneinander an Feriengäste vermietet werden können, allerdings mit der Option das gesamte Gebäude bei Bedarf auch an größere Gruppen, speziell an Seminargruppen vermieten zu können. Dabei sollte der ursprüngliche Wohnteil des Bauernhauses incl. Stall (jetzt Bad und Sauna) wieder als selbständige Wohneinheit für ca. 6 Personen „reaktiviert“ werden. Der Wohnbereich in der alten Scheune sollte als Ferienwohnung für 2 Personen und /oder Seminarraum dienen.

Für die recht umfangreichen Umbaumaßnahmen stand nur ein knappes Budget zur Verfügung, so dass fast alle Arbeiten von den neuen Eigentümern in Eigenleistung erbracht wurden, die manchen aufwändigen Planungsansatz von vorneherein ausschloss. So wurde über mehrere Jahre hinweg Raum für Raum neu gestaltet, einerseits mit der am Anfang entwickelten Leitidee im Kopf, andererseits – aus Erfahrung lernend – auch immer wieder an neue Erkenntnisse und Ideen angepasst.

Zunächst musste ein separater Eingangsbereich für die 2. Wohneinheit (Appartement) sinnvoll integriert werden. Die Funktionsräume Küche und Bad in beiden Bereichen wurden entsprechend umgebaut und z.B. von der Heißwasserversorgung her getrennt etc.

Neben der konzeptionellen Planung, die sich aus den o.g. Anforderungen ergab, liefen natürlich die gestalterischen Überlegungen mit in den Planungsprozess ein: welche Zielgruppe von Feriengästen soll hier angesprochen werden? Welche Atmosphäre sollen die beiden Wohnungen widerspiegeln? Die Beantwortung dieser Frage ergab sich zum Teil schon aus den sehr unterschiedlichen baulichen Gegebenheiten der beiden Bereiche:

Grundriss Appartement, Barbara Dimmig, Heunenhof, Eifel

Objektbeschreibung: Ferienhaus und Appartement

Das Ferienhaus

Das Ferienhaus weist die typischen Architekturmerkmale eines 150 Jahre alten eifeler Bauernhauses auf, die aus heutiger Sicht urig, romantisch und ländlich wirken: kleine Räume (unten Küche und Stube, oben zwei Schlafzimmer) mit sichtbaren Deckenbalken, dicke Bruchsteinmauern mit tiefen Fensterlaibungen, kleine dreiteilige Fenster, steile Stiegen etc.

Diese „Gemütlichkeit“ wurde bei der Neugestaltung berücksichtigt z.B. durch den Einbau von Dielen- und Korkfußböden, einer Massivholzküche, den Einsatz von Weichholzmöbeln der Jahrhundertwende, Schablonenmalerei als Bordüren an den Wänden etc.

Allerdings sollte der Eindruck einer nostalgischen „Puppenstube“ vermieden werden. Die Feriengäste sollten sich durch die Einrichtung nicht eingeengt fühlen, sondern „Luft zum atmen“ haben in einer heiteren, eher beiläufigen Umgebung.

Die durch die kleinen Fenster bedingte Dunkelheit in manchen Räumen wurde durch helle und freundliche Farben ausgeglichen. Die Farb- und Materialauswahl bewegt sich daher neben weiß und hellen Naturtönen im Bereich von warmen bzw. freundlichen Farben (z.B. Fußbodenlack in ochsenblut-rot oder Wischtechnik in zartgrün an den Wänden).

Das Appartement

Die 2. Wohneinheit – die Ferienwohnung für 2 Personen –wurde Anfang der siebziger Jahre im typischen Stil jener Zeit ausgebaut: dunkel gebeizte Nut- und Feder-Deckenverkleidung, Türen in Mahagonifurnier, kunststoffbeschichtete

Fensterbänke in Marmoroptik etc. Hier konnte also nicht auf stimmige und dem alten Gebäude angemessene Gestaltungsmerkmale zurückgegriffen werden. Das Plus dieser Wohnung lag vielmehr in der Größe des Wohnraumes von fast 50 m² (Scheune) und einer ca. 8 m breiten Fensterfront, die nicht nur sehr viel Licht hereinlässt, sondern auch einen traumhaft schönen Ausblick in ein unberührtes Tal gewährt.

Der Gestaltungsansatz des Appartements ergab sich aber nicht nur aus den oben beschriebenen positiven und negativen Ausgangspunkten, sondern auch aus der geplanten Doppelnutzung entweder als Ferienwohnung oder als Seminarraum. Hier ging es nicht, wie im Ferienhaus, um eine kleinteilige Gemütlichkeit, sondern um eine eher großzügige und klare Anmutung.

Bei der Entwicklung des Farbkonzepts ging ich daher von einer zurückhaltenden, eher kühlen und zeitlosen Farbgebung aus: neben den Grundtönen Natur (z.B. Buchenholz, Weidengeflecht) und weiß gibt es die Akzentfarben blau und türkis/schilfgrün.

Materialcollage Appartement, Barbara Dimmig, Heunenhof, Eifel

Maßnahmenplanung

Maßnahmen

Aus diesen Überlegungen ergaben sich im Einzelnen folgende Maßnahmen:

Decke, Wände, Boden
  • die Holzdecken wurden weiß lasiert
  • die Tapeten entfernt, die Wände weiß gestrichen und halbhoch mit
  • Pflanzenlasurfarbe behandelt (zartgrün)
  • brauner Teppichboden wurde durch Buchenholzparkett ersetzt
  • Kunststofffensterbänke durch geölte Buchenholzplatten (halbierte
  • Küchenarbeitsplatten) ersetzt
  • Deckenbalken schilfgrün lasiert
  • Mahagonitüren + Zargen durch Massivholztüren (Kiefer) ersetzt
Möblierung

Die besondere Schwierigkeit bei der Auswahl der Möbel lag darin, dass bei einer Nutzung des Raumes als Seminarraum die Möblierung für die Feriengäste ausgeräumt werden muss (je nach Art des Seminars). Daher wurden nur a.) leichte, und/oder b.) klappbare und stapelbare und c.) keine überflüssigen Möbel ausgewählt. Bei den Stühlen und Sesseln fiel die Wahl daher auf Korbmöbel, die Beistelltische sind klappbar, am Esstisch lassen sich die Beine abschrauben und die beiden Betten lassen sich samt Matratzen aufeinander stapeln und können durch spezielle Beschläge am Verrutschen gehindert werden.

Was für eine Nutzung als Seminarraum gut ist (leichtes Ausräumen), kann für die Nutzung als Ferienappartement u. U. schlecht sein. Spärliche Möblierung in einem großen Raum und die Auswahl der Möbel unter den o.g. Gesichtspunkten der Zweckmäßigkeit könnten für den Feriengast evtl. eine „zugige“, unwillkommene Atmosphäre bedeuten. Daher haben wir hier besonderen Wert auf „Wohnaccessoires“ gelegt, die den Raum behaglich machen, sich aber trotzdem leicht wegnehmen lassen. Diesen Vorteil kann man sich ja speziell bei textilen Wohnaccessoires zunutze machen, wie z.B. Kissen, Tagesdecken, Sets, Teppiche usw. Daneben sorgen eine Anzahl von Tischleuchten und Kerzen für eine behagliche Atmosphäre (die natürlich auch bei Seminaren erwünscht ist).

Im Ergebnis haben diese beiden sich eigentlich gegenseitig ausschließenden Forderungen zu einer guten Gesamtlösung geführt: die Gäste loben die liebevoll gestaltete Wohnung und trotzdem lässt sie sich bei Bedarf mit relativ wenig Aufwand leerräumen.

Stimmungsvolle Lichtgestaltung im Appartement, Barbara Dimmig